Der Entwurf ordnet den über Jahrzehnte gewachsenen Bestand neu und verbindet Werkstätten, Verwaltung und Einsatz zu einem klaren, funktionalen Ensemble. Der bestehende ikonische Feuerwehrturm bleibt als Teil des Ensembles erhalten und steht gleichberechtigt neben den neuen baulichen Strukturen als identitätsstiftendes Zeichen des Standorts.
Die neue Hauptfeuerwache Fulda entsteht bei laufendem 24/7-Einsatzbetrieb auf einem beengten innerstädtischen und topografisch anspruchsvollen Grundstück. Die abschnittsweise Realisierung sowie die Neuordnung eines über Jahrzehnte gewachsenen Ensembles aus drei Gebäudeteilen prägen die Aufgabenstellung. Zusätzliche Komplexität entsteht durch die Überlagerung von Alarmzufahrt, Besuchererschließung und den Bereichen der Freiwilligen Feuerwehr im Eingangsbereich bei jederzeit gewährleisteter Einsatzbereitschaft.
Der Entwurf entwickelt daraus eine klar gegliederte Gebäudefigur, die die bestehenden Funktionen neu ordnet und zu einem zusammenhängenden Ensemble fasst. Der ikonische Feuerwehrturm bleibt als prägendes Bestandselement erhalten und wird selbstverständlich in die Gesamtfigur integriert. Der Neubau gliedert sich in drei funktionale Bereiche mit differenzierter Höhenentwicklung und schafft eine klare stadträumliche Fassung – auch im Übergang zur angrenzenden Wohnbebauung. Prägnante Auskragungen und ein materialbetonter Sockel greifen die Materialität der kürzlich realisierten Leitstelle auf, schaffen eine gestalterische Verbindung zum Umfeld und stärken den Zusammenhalt des Ensembles.
Entsprechend dem „Cradle to Cradle“-Prinzip konzipiert, verbindet das Gebäude Ressourcenschonung mit langfristiger Nutzungsflexibilität. Dachbegrünungen, Photovoltaikanlagen und eine hocheffiziente Gebäudehülle ermöglichen den Standard Effizienzgebäude 40 mit QNG-Premium. Eine präzise abgestimmte Bauphasenplanung gewährleistet während der gesamten Realisierung die uneingeschränkte Einsatzbereitschaft der Feuerwehr.
- Leistungsphasen
- 1-9
- Bauherr
-
Stadt Fulda
- Projektpartner
-
ARGE mit EHS beratende Ingenieure für Bauwesen GmbH
- Flächen
- 5.500 m² BGF
- Energie
- Effizienzgebäude 40 mit QNG-Premium
- Ort
- Fulda
- Wettbewerb
- Verhandlungsverfahren - Zuschlag
- Visualisierung
-
formtool
Pläne
Eine robuste, homogene Gebäudestruktur entsteht durch eine vorgehängte Fassade aus rot gefärbten Faserzementtafeln. Die vorgefertigten Elemente sind wiederverwendbar und enthalten recycelte Zuschläge; zusätzlich werden Ziegel aus dem Rückbau des Bestands integriert und erzeugen einen feinen roten Farbton.
Der Sockel mit Fahrzeughalle, Werkstätten und Untergeschoss wird als CO₂-reduzierte Stahlbetonkonstruktion ausgebildet, die Obergeschosse als Skelettbau mit Lehmsteinmauerwerk im Holzgefach. Das Gebäude folgt konsequent dem „Cradle to Cradle“-Prinzip und wird durch extensive Dachbegrünung, Photovoltaik sowie eine energieeffiziente Gebäudehülle bis zum Standard Effizienzgebäude 40 mit QNG-Premium ergänzt, wodurch ein klar gegliedertes, langlebiges Ensemble in nachhaltiger Bauweise mit prägnanter architektonischer Identität entsteht. Eine präzise Bauphasenorganisation sichert die durchgehende Einsatzbereitschaft der Feuerwehr.